Seelsorge

Das Wort "Seelsorge" mag in unserer technisierten Welt vielleicht antiquiert klingen. Aber wer sich einsam fühlt, wen eine Last drückt, wer Kummer hat und Sorgen, der ist auch heute noch darauf angewiesen, dass er sich einmal aussprechen kann. Schon das Aussprechen dessen, was einen belastet, kann Erleichterung bedeuten. Endlich ist es einmal raus! Oft wird alleine das schon als befreiend erfahren, auch wenn das dahinter stehende Problem damit nicht einfach beseitigt ist.
 
Quelle: D. Rafflewski
Jedes Gespräch, das dazu dient, sich etwas von der "Seele zu reden", kann ein Seelsorgegespräch sein. Dazu braucht es nicht unbedingt einen Pfarrer oder eine Pfarrerin. Jeder Christ ist dazu aufgefordert, ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte seiner Mitmenschen zu haben. Nötig ist freilich, den anderen wirklich ernst zu nehmen. Dazu gehört mitunter, sich und dem Gesprächspartner einzugestehen, dass man vielleicht selber ratlos ist, wie man zu einer Lösung gelangen könne. Manchmal aber kommt man im Gespräch auf Lösungen, die einem alleine nicht eingefallen wären.

Wichtig ist auch, dass man sich Zeit nimmt. Nun sind freilich Pfarrer oft in einem engen Terminplan eingespannt. Dann ist es besser, einen späteren Gesprächstermin zu vereinbaren, damit man in Ruhe und ungestört miteinander sprechen kann. Selbstverständlich dürfen Sie darauf bauen, dass der Pfarrer Stillschweigen darüber behält, was Sie ihm anvertrauen. Natürlich auch dann, wenn es nicht nur um Sorgen und Nöte, sondern vielleicht um etwas geht, das Sie selbst als eine Schuld empfinden. Die Pflicht zur Verschwiegenheit des Pfarrers gilt weit über das sogenannte "Beichtgeheimnis" hinaus, das sogar vor Gericht geschützt bleibt.

Vielleicht geht es aber auch um Fragen des Glaubens. Manches lässt sich vielleicht mit dem Hintergrundwissen eines Theologen aufklären, manche Fragen und manche Zweifel werden bleiben - auch auf Seiten des Pfarrers. Aber auch hier hilft oft das gemeinsame Ringen um Glaubensfragen weiter oder es kann im Gebet bei Gott abgeladen werden.

Die beiden Pfarrer vor Ort kommen gerne zu Ihnen nach Hause oder sprechen mit Ihnen im Amtszimmer, dessen Doppeltüren verhindern, dass Unberufene hören, was besprochen wird.